Erdgasgewinnung und -speicherung
Thüringen kann auf knapp acht Jahrzehnte der Erkundung, Förderung und Speicherung von Erdgas zurückblicken. Die ersten Bohrungen wurden in den Anfängen der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts geteuft. Nach heutigen Kenntnissen sind zu diesem Zweck über 400 Bohrungen niedergebracht worden.
Geografisch gesehen, liegen die Erdgaslagerstätten im westlichen Bereich des Thüringer Beckens, der grob durch den Höhenzug des „Hainich“ im Westen, der Höhenzüge des „Düns“ und der „Hainleite“ im Norden, der Landeshauptstadt Erfurt im Osten und der Stadt Gotha im Süden begrenzt wird.
Die Thüringer Lagerstätten tragen nur im sehr begrenzten Umfang zur Versorgung mit Erdgas bei. Lediglich ein Anteil von 0,27 % machte 2021 die thüringische Produktion im gesamtdeutschen Maßstab aus. Dies bedeutet in der Rangliste nach dem Hauptproduzenten Niedersachsen (97,1 %), den Ländern Sachsen-Anhalt (2,1 %) und Schleswig-Holstein (0,42 %) den 4. Platz von insgesamt acht erdgasfördernden Bundesländern. (vgl. auch BVEG 2021)
Leergeförderte Gaslagerstätten eignen sich oft auch zur Speicherung von Erdgas. Über Bohrungen, mit denen das Gas gewonnen wurde, kann auch wieder Gas in die Lagerstätte gepresst werden. Auf diese Weise dienen ehemalige Lagerstätten als Vorratsspeicher oder zur Vergleichmäßigung der Nachfrage. In Thüringen ist derzeit nur ein Gasspeicher, mit nach Angaben seines Betreibers lediglich 0,3 % der bundesdeutschen Speicherkapazität, in Betrieb.