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Hochwasserinformationen und Vorsorge
Hochwassernachrichtenzentrale (HNZ)
Die Hochwassernachrichtenzentrale (HNZ) wurde im Jahr 2008 an der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (heute TLUBN) eingerichtet. Hierdurch wurden Aufgaben an zentraler Stelle gebündelt, die zuvor von den im gleichen Jahr aufgelösten Staatlichen Umweltämtern Gera, Erfurt, Sondershausen und Suhl wahrgenommen wurden. Diese zentrale Neueinrichtung erfolgte mit dem Ziel, eine landesweite Ansprechstelle zu schaffen, bei der sämtliche hochwasserrelevanten Informationen zusammenlaufen und von dort gezielt weiterverbreitet werden.
Hochwasserrisiko- und Überschwemmungsgebiete
Im Rahmen einer Voruntersuchung (vorläufige Risikobewertung) wurde für die Gewässer Thüringens gemäß § 73 Wasserhaushaltsgesetz das Hochwasserrisiko bewertet. Die Gewässerabschnitte, für die bei Hochwasser von größeren Risiken auszugehen ist, definiert man danach als Gebiete mit signifikantem Hochwasserrisiko (Risikogebiet).
Das Hochwasserrisiko ergibt sich dabei aus der Kombination der Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Hochwasserereignisses mit den möglichen Schäden für Mensch, Umwelt, Kultur und Wirtschaft (Schadenspotenzial). Für die ausgewiesenen Risikogebiete sind Gefahrenkarten und Risikokarten zu erstellen, die Auskunft über die mögliche Betroffenheit eines Gebietes im Hochwasserfall geben.
Diese sind von den durch Rechtsverordnung festgesetzten Überschwemmungsgebietskarten zu unterscheiden. Nach dem Gesetz geltende Überschwemmungsgebiete sind Gebiete zwischen oberirdischen Gewässern und Deichen oder Hochufern. Für sonstige Gebiete, die bei Hochwasser überschwemmt oder durchflossen oder die für die Hochwasserentlastung oder Rückhaltung beansprucht werden, sind die Überschwemmungsgebiete mit einer Rechtsverordnung festzusetzen. Die Karten besitzen eine unmittelbare Rechtswirkung gegenüber jedermann (z.B. §§ 78 ff. Wasserhaushaltsgesetz), um den vorbeugenden Hochwasserschutz sicherzustellen. Dies sind insbesondere Planungs- und Baueinschränkungen, die eine weitere Anhäufung von Sachwerten und die Gefährdung der menschlichen Gesundheit in überschwemmungsgefährdeten Bereichen verhindern soll.
Hochwasserereignisse und Hochwassermarken
Mit Blick auf die jüngsten Flutkatastrophen muss bewusster als bisher mit dem Naturereignis Hochwasser umgegangen werden. Hierfür ist eine verstärkte, öffentlichkeitswirksame Risikokommunikation notwendig. Ein wichtiger Ansatz, um das Hochwasserbewusstsein in der Bevölkerung wach zu halten und somit Erfahrungen aus vergangenen Abflussereignissen bei aktuellen Entscheidungen berücksichtigen zu können, besteht u. a. darin, durch die Dokumentation abgelaufener Ereignisse mögliche Katastrophenszenarien aufzuzeigen und so zur Stärkung des Risikobewusstseins beizutragen. Auswertungen herausragender Hochwasserereignisse der letzten Jahrhunderte können eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schlagen. Mit den gesammelten Erfahrungen lassen sich Lehren für heutige und zukünftige Hochwasserschutzmaßnahmen ableiten.
An den Fließgewässern Thüringens sind zahlreiche Hochwassermarken und Hochwassergedenksteine zu finden. Als Sachzeugnisse herausragender Abflussereignisse weisen sie auf katastrophale Überschwemmungen hin, in Thüringen beispielsweise die katastrophalen Abflussereignisse im Juni 1871, Februar 1909, August 1981 oder Mai/Juni 2013. Hochwassermarken sind wertvolle Informationsträger und geeignet, im jeweiligen Umfeld für mögliche Gefahrensituationen zu sensibilisieren. Sie stellen oft die einzigen, heute noch im Gelände erhaltenen Bezugspunkte für die Rekonstruktion historischer Hochwasser dar. Viele Höhenangaben sind nicht zuletzt bei der Bewertung sehr seltener, herausragender Abflussereignisse und der damit verbundenen Ermittlung potentiell überschwemmungsgefährdeter Gebiete von Bedeutung. Abgesehen davon besitzen Hochwassermarken auch eine wichtige Funktion bei der Hochwasserbewusstseinsbildung. Insbesondere eindrucksvoll gestaltete und an exponierter Stelle angebrachte Marken führen anschaulich vor Augen, wie hoch das Wasser im Katastrophenfall steigen kann.
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