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Phänologie

Eintrittszeiten von pflanzlichen Entwicklungsstadien

Phänologiemonitoring in Thüringen

Die Phänologie beschäftigt sich mit im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen der Natur.

Da die Pflanzenentwicklung in einem hohen Maße vom Klima insbesondere von der Lufttemperatur gesteuert wird, lassen sich anhand von Beobachtungsdaten Rückschlüsse auf Klimaveränderungen und deren Folgen ziehen. Eine direkt messbare Folge des Klimawandels sind zeitliche Verschiebungen der Eintrittszeiten von pflanzlichen Entwicklungsstadien. (Vgl. Abb. 1 und 2).

 

Phänologische Uhr

Anhand dieser phänologischen Phasen lässt sich das phänologische Jahr konstruieren. Jede phänologische Jahreszeit wird durch eine Leitphase eröffnet und endet mit dem Beginn der nächsten Jahreszeit.

Im äußeren Ring der phänologischen Doppeluhr (Abb. 2) ist der vieljährige mittlere Verlauf der phänologischen Jahreszeiten für den Referenzzeitraum 1961-1990 dargestellt. Im Vergleich dazu ist der aktuelle Verlauf der phänologischen Jahreszeiten im Zeitraum 1991-2020 im inneren Ring abgebildet. Die Dauer einer phänologischen Jahreszeit (in Tagen) wird sowohl beim äußeren als auch beim inneren Ring bzw. im jeweiligen Ringabschnitt angegeben.

Phänologiekarten jetzt im Kartendienst des TLUBN

Der im Rahmen des Verbundvorhabens PhaenOPT eingerichtete Webdienst für das phänologische Klimafolgenmonitoring in Thüringen wurde eingestellt. Auf die Karten zu ausgewählten phänologischen Phasen von Wildpflanzenarten kann nun über den Kartendienst des TLUBN im Themenbereich „Klima“ zugegriffen werden.

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick zu den phänologischen Jahreszeiten und den entsprechenden Leitphasen sowie zu den im Kartendienst des TLUBN verfügbaren Leitphasen. Klicken Sie auf die entsprechende Leitphase, um direkt zur interaktiven Karte im Kartendienst zu gelangen.

Phänologische Jahreszeit

Leitphase

Leitphase im Kartendienst

Vorfrühling

Hasel (Blühbeginn)

Huflattich (Erstblüte)

Erstfrühling

Forsythie (Blühbeginn)

Buschwindröschen (Erstblüte)

Vollfrühling

Apfel (Blühbeginn)

Stieleiche (Blattentfaltung)

Frühsommer

Schwarzer Holunder (Blühbeginn)            

Schwarzer Holunder (Erstblüte)

Hochsommer

Sommer-Linde (Blühbeginn)

Sommerlinde (Erstblüte)

Spätsommer

Frühreifende Äpfel (Pflückreife)

Eberesche (Fruchtreife)

Frühherbst

Schwarzer Holunder (Fruchtreife)

Schwarzer Holunder (Fruchtreife)

Vollherbst

Stiel-Eiche (Früchte)

Hänge-Birke (Blattverfärbung)

Spätherbst

Stiel-Eiche (Blattverfärbung)

 - 

Winter

Stiel-Eiche (Blattfall)

Stieleiche (Blattfall)

Grundlage für die phänologischen Karten sind die punktuellen phänologischen Pflanzenbeobachtungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Aktuell gibt es 65 Stationen in Thüringen. Diese Datensätze stehen kostenlos, aktuell und frei zugänglich über die rechtsstehenden Links zum DWD zur Verfügung.

Für die Kartendarstellung wurden die Beobachtungsdaten des DWDs auf die Fläche von Thüringen interpoliert. Im Ergebnis entstanden Rasterdatensätze mit 200 m Auflösung. Diese geben für jeden Punkt in Thüringen den Eintrittstag der phänologischen Phase an (engl. "day of year" – DOY). Die Legende der Karte für die Erstblüte der Sommerlinde zeigt als Tage des Jahres "> 168-175" im Thüringer Becken, im Saaletal und im Altenburger Land an. Das bedeutet einen Blühbeginn der Sommerlinde im Zeitraum vom 17.06.-24.06. In den Kammlagen des Thüringer Waldes reicht die Legende bis ">203", was einen durchschnittlichen Blühbeginn der Sommerlinde nach dem 22.07. verdeutlicht.

Zeigt die Legende der Karte des Zeitraums 1991-2020 im Thüringer Becken, im Saaletal und im Altenburger Land für die Erstblüte der Sommerlinde als Tage des Jahres "< 168" an, so bedeutet dies einen Blühbeginn vor dem 17.06.. In den Hochlagen ist die Sommerlinden-Blüte mit "> 189 -203" bis zum 22.07. abgeschlossen.

Die 30-jährigen Mittelwerte für 1961-1990 und 1991-2020 wurden aus den Daten der Einzeljahre berechnet. Zusätzlich zu den vieljährigen Mitteln sind im Kartendienst auch die Eintrittsdaten in den einzelnen Jahren 2000 bis 2023 abrufbar. Die Daten werden kontinuierlich fortgeschrieben.

Die Phänologischen Karten sind verfügbar über 

https://tlubn.thueringen.de/kartendienst 

oder über antares.thueringen.de/cadenza/

Kartendienst → Umweltthemen Thüringen → Klima → Phänologie → Modellierte Karten auf Basis von In-Situ-Daten

 

Sie möchten Beobachter werden?

Phänologische Beobachtungen sind damit ein wesentlicher Bestandteil der Klimafolgenforschung und des Klimawandelfolgenmonitorings. Sie unterstützen bei notwendigen Entscheidungen in der Landwirtschaft, helfen bei der Aneichung von Fernerkundungsdaten und liefern für von Allergien betroffenen Personen ergänzende Informationen zum Polleninformationsdienst.

Der DWD sucht für die Durchführung solcher Beobachtungen freiwillige Personen. In Thüringen ist dies aktuell im Raum Saalfeld-Rudolstadt, im Landkreis Greiz, im Saale-Holzland- sowie im Saale-Orla-Kreis, im Eichsfeld, im Raum Schmalkalden-Meiningen, in Erfurt und Weimar, im Raum Gotha, im Kyffhäuserkreis, im Raum Nordhausen, in der Region Eisenach sowie im Unstrut-Hainich-Kreis der Fall. 

Wenn Sie Interesse an dieser freiwilligen ehrenamtlichen Tätigkeit, mit der eine kleine Aufwandsentschädigung verbunden ist, nehmen Sie gern Kontakt mit Falk Böttcher vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig auf (falk.boettcher@dwd.de, Tel.: +49 (0)69 806 298 90).

Weitere Informationen finden Sie unter www.dwd.de/phaenologie.

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