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Strukturerkundung Nordhausen

Ingenieurgeologische Untersuchungen zur Beurteilung von Subrosionsvorgängen im Umfeld des Erdfalles in Nordhausen, OT Salza, Am Salzagraben

Im Jahr 2010 ereignete sich auf dem Gelände der Service-Gesellschaft des Landkreises Nordhausen Am Salzagraben 26 ein Erdfall mit einem initialen Durchmesser von 6 m und einer Tiefe von 15 m. Hierbei wurden angrenzende Gebäude in Mitleidenschaft gezogen. Der Erdfall wurde verfüllt und die betroffenen Gebäude instandgesetzt, um sie wieder in Nutzung zu nehmen.

Am 19.2.2016 kam es an gleicher Stelle zu einem Nachbruch des o.g. initialen Erdfalles, der die anliegenden Gebäude erneut in Mitleidenschaft zog. Der Nachbruch hatte einen Durchmesser von etwa 20 m und eine Tiefe von bis zu 13 m (1). Seitdem ist der Erdfall nicht verfüllt worden und die beschädigten Gebäude nicht mehr nutzbar.

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) führte im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) eine Strukturerkundung zur Untersuchung der geologischen Rahmenbedingungen für das Auftreten eines so großen und aktiven Erdfalles durch.

Folgende Maßnahmen wurden durchgeführt:

  • Hybridseismische Messungen entlang von 7 Profilen mit einer Gesamtlänge von ca. 20 km zur Lokalisierung von geologischen Strukturen (2),
  • Kernbohrung mit einer Tiefe von 474,7 m durch die gesamte Zechstein-Formation bis in das Rotliegende (3), an welche die Auslaugungsprozesse (unterirdische Ablaugung der Sulfate und Salze) gebunden sind,
  • ergänzende bohrlochgeophysikalische und vertikalseismische Messungen (4) im Bohrloch.

Auf der Grundlage der gewonnenen Daten und Erkenntnisse wurde ein geologisches Strukturmodell entwickelt, welches ein dreidimensionales Bild (5) von der Beschaffenheit der geologischen Strukturen und Formationen im Untergrund vermittelt.

Dieses Strukturmodell bildet die Grundlage für die Empfehlungen zur Sicherung und Sanierung des vom Erdfall betroffenen Areales in Nordhausen, OT Salza sowie für die Beratung von Bürgern, Gemeinden, Kommunen und der Stadt Nordhausen bei der Abschätzung von Georisiken im Zuge der Planung von Bauvorhaben bzw. Infrastrukturprojekten.

 

Hintergrund:

Die Abteilung 8, Geologie und Bergbau des TLUBN nimmt unter anderem die Aufgaben des Geologischen Landesdienstes Thüringens wahr.

Sie führt geologische Erkundungen und Kartierungen durch und erweitert durch die Zusammenfassung und eine entsprechende Aufbereitung der erhobenen geologischen Daten den Kenntnisstand zur Geologie Thüringens.

Grundlage für die Arbeit der geologischen Fachbehörde bildet das Geologiedatengesetz vom 30. Juni 2020.

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