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Aktuelle Publikationen des TLUBN Heft 2/2025 "Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen" erschienen


Titelbild und Inhaltsübersicht des LNT 2/2025

FFH-Monitoring in Thüringen: Eine wichtige Grundlage für den Naturschutz

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie 92/43/EWG) verpflichtet alle EU-Mitgliedstaaten zu einem umfassenden Monitoring des Erhaltungszustands von Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräumen von gemeinschaftlichem Interesse. Dieses sogenannte FFH-Monitoring ist ein zentrales Instrument des europäischen Naturschutzes und sorgt dafür, dass der Zustand der Natur kontinuierlich beobachtet wird. Die Richtlinie regelt nicht nur die Überwachung, sondern auch die Pflicht der Mitgliedstaaten, regelmäßig Berichte über den Zustand dieser FFH-Arten und -Lebensräume an die EU-Kommission zu übermitteln. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für eine objektive Bewertung der Natur in Europa. Ziel ist es, fundierte Entscheidungen für Schutz- und Managementmaßnahmen treffen zu können. Auch Thüringen kommt diesen Verpflichtungen nach, denn die Zuständigkeit für das FFH-Monitoring in Deutschland liegt grundsätzlich bei den Bundesländern. Sie sind für die Umsetzung des Monitorings innerhalb ihrer Landesgrenzen verantwortlich, während der Bund eine koordinierende und zusammenfassende Rolle einnimmt. Das Heft 2/2025 der „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ präsentiert in drei Beiträgen zahlreiche Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus dem Fauna-Flora-Habitat-Monitoring. Weitere Beiträge nehmen ebenfalls Bezug zum Thema.

Im ersten Hauptbeitrag gibt das Autorenkollektiv um Kevin Karbstein Einblicke in die App-basierte Erfassung von FFH- und Rote-Liste-Pflanzenarten mittels Flora Incognita. Besonders spannend ist die Verknüpfung der App mit dem aktuellen Erfassungsbogen, der im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat- und Rote-Liste-Pflanzenarten-Erfassung durch die Landesbehörde sowie ehrenamtliche Kartiererinnen und Kartierer in Thüringen genutzt wird. Die Technologie kann dazu beitragen, die Kartierung effizienter zu gestalten, die Datengrundlage für den Naturschutz zu verbessern und eine neue, digitalaffine Generation von Artenkennerinnen und -kennern für die Kartierung zu gewinnen. 

Jörg Braun-Lüllemann und Christianna Serfling stellen im zweiten Hauptbeitrag die Ergebnisse des Landesmonitorings Reptilien aus den Jahren 2016 bis 2018 vor, das erstmals einen umfangreichen, systematisch erhobenen, thüringenweiten Datenbestand zu dieser Artengruppe generierte. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei den Zielarten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie Schlingnatter Coronella austriaca und Zauneidechse Lacerta agilis. Zu beiden gelangen neue Nachweise, die den Kenntnisstand zu Verbreitung und Populationsgröße dieser Arten in Thüringen deutlich erweiterte. Die Autoren geben Handlungsempfehlungen für die Praxis, u. a. mit Blick auf die Bedeutung des Erhalts kleinteilig strukturierter Flächen.

Probleme bei der Einrichtung von Beweidungsprojekten des Naturschutzes anhand zweier ausgewählter Beispiele im Wartburgkreis stehen im Mittelpunkt des dritten Hauptbeitrags von Andreas Heck und Ludwig Wagner. Die Autoren beschreiben und analysieren Projekte aus der Perspektive einer unteren Naturschutzbehörde und identifizieren dabei u. a. Defizite in der Projektsteuerung sowie agrarförderrechtliche Probleme bei der Verzahnung von Wald und Offenland. Ihr praxisnaher Beitrag gibt wertvolle Hinweise, wie man typische Fallstricke durch gute Planung und konsequentes Projektmanagement umgehen kann. 

Weitere Beiträge widmen sich dem Pflege-, Entwicklungs- und Informationsplan für das Nationale Naturmonument „Grünes Band Thüringen“, den Auswirkungen der klimatischen Veränderungen auf das FFH-Monitoring und dem zweiten Durchgang des Präsenzmonitorings der Libellen in Thüringen.

Wie immer finden sich ebenfalls Würdigungen und Buchbesprechungen verdienter Persönlichkeiten im Heft.

Die Hefte der Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ sind über das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz zu beziehen oder ab Heft 1/2024 kostenfrei unter https://tlubn.thueringen.de/lnt herunterzuladen. Möchten Sie über das Erscheinen der Hefte informiert werden, dann schreiben Sie eine kurze Mail an: lnt@tlubn.thueringen.de.

Hintergrund:

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint in der Regel vierteljährlich. Das jeweils letzte Heft des Jahrgangs ist ein Sonderheft, das sich einem Schwerpunktthema widmet. Die Zeitschrift erscheint seit 1964 unter dem gleichen Namen und gehört damit zu den in Deutschland am längsten kontinuierlich erscheinenden Fachzeitschriften des Themengebietes. Sie dient u. a. Behördenmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, Büros für Landschaftspflege, Landschaftsplanung und Naturschutz, amtlichen und ehrenamtlichen Naturschützerinnen und Naturschützern, Studentinnen und Studenten und der interessierten Öffentlichkeit als Arbeits-, Informations- und Austauschmedium. Das Redaktionskollegium der Zeitschrift unter der Leitung der Abteilung Naturschutz des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz besteht aus Vertretern des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes, der Thüringer Hochschulen sowie Thüringer Naturkundemuseen. Die Beiträge stammen aus einem breiten Autorenkreis von Aktiven aus allen Bereichen der Landschaftspflege und des Naturschutzes.

Kontakt für Presse / Journalist:innen

Nils Fröhlich
Pressesprecher

Göschwitzer Str. 41
07749 Jena

Tel.:
+49 361 573942502

E-Mail:
nils.froehlich@tlubn.thueringen.de

 

Über das Landesamt

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) ist die obere Landesbehörde im nachgeordneten Bereich des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz. Wir sind für Bürger:innen, Unternehmen, Institutionen und die Politik des Freistaates die zentrale Behörde in allen Umweltbelangen. Wir übernehmen ressortintern Fach- und Vollzugsaufgaben insbesondere in den Bereichen Wasserwirtschaft, Bergbau und Geologie, Chemikaliensicherheit, Strahlenschutz, Immissionsschutz, Klimaanpassung, Bodenschutz, Abfallwirtschaft, Marktüberwachung, Gentechnik sowie Naturschutz und Landschaftspflege.

Unsere circa 670 Mitarbeiter:innen arbeiten in der Behördenzentrale in Jena und weiteren Außenstandorten in Weimar, Gera, Suhl, Sondershausen, Bad Salzungen und Niederpöllnitz sowie in der Staatlichen Vogelschutzwarte in Seebach.

Nach Inkrafttreten des Thüringer Verwaltungsreformgesetzes wurde das TLUBN am 1. Januar 2019 durch Zusammenführung der ehemaligen Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in Jena, der Abteilung Umwelt des Landesverwaltungsamtes in Weimar und des Thüringer Landesbergamtes (TLBA) in Gera gegründet. Für weitere Informationen zum TLUBN besuchen Sie unsere Website unter https://tlubn.thueringen.de.

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